Webshop für VW Classic Parts

Realisierungszeitraum: Mai 2015 bis September 2017

Beschreibung

VW Classic Parts ist eine Tochter des VW-Konzerns, die für den weltweiten Ersatzteilvertrieb zuständig ist. Über diese Firma beziehen alle Händler, Werkstätten und Privatleute Ersatzteile, die nicht direkt zum Konzern gehören.

Anfang 2015 beschloss VW Classic Parts, den bestehenden Webshop durch einen neuen Webshop zu ersetzen, mit dem auch die aktuellen und zukünftigen Anforderungen aus dem Bereich Internet-Marketing erfüllt werden können.

Anforderung

Der Shop sollte folgende Anforderungen erfüllen:

1.     Der Shop soll mit dem selbst entwickelten Warenwirtschaftssystem von VW Classic Parts verbunden werden. Das Warenwirtschaftssystem ist das führende System. Es liefert jede Nacht die aktuellen Daten an den Shop.

2.     Der Shop soll 66.000 Teile verwalten.

3.     Der Shop muss zweisprachig sein. Die Benutzeroberfläche soll in Deutsch und Englisch realisiert werden.

4.     Der Shop muss drei Sub Shops beinhalten

a.     Der Hauptshop für Endkunden

b.    Der Professional-Shop für VW-Partner

c.     Ein Bulk-Shop, über den große Restmengen an spezielle Händler verkauft werden können.

5.     Der Shop muss sehr leistungsfähig, ausfallsicher und skalierbar sein.

6.     Der Shop muss „wartbar“ sein. D.h. Updates und Patches müssen im laufenden Betrieb eingespielt werden können, ohne dass es zu größeren Unterbrechungen des Betriebs kommt.

Herausforderungen

1.     Die nächtliche Aktualisierung so großer Datenmengen vom Warenwirtschaftssystem in Richtung Shop innerhalb von  kurzer Zeit (1 bis 2 Stunden) ist über die von Magento zur Verfügung gestellten Schnittstellen nicht machbar. Tests haben ergeben, dass die Aktualisierung eines Artikels bis zu einer Sekunde dauert. Damit dauert eine komplette Aktualisierung 66.000 Sekunden oder 18 Stunden und 20 Minuten.

2.     Auch die Produktsuche in einem so großen, komplexen Artikelstamm ist eine Herausforderung. Die Besucher des Shops erwarten bei der Eingabe von Suchbegriffen schnelle Antwortzeiten und Vorschläge für die automatische Vervollständigung. Die Reaktionen des Systems sollen hierbei im Bereich um eine Sekunde oder darunter liegen.

3.     Auch die Gewährleistung von Verfügbarkeit (365 x 24) und die Datensicherheit des Shops zählten zu weiteren Herausforderungen.

Lösungen

  1. Der Shop basiert auf Magento-Professional:
    1. Im Zweifelsfall kann auf den Support des Herstellers zurückgegriffen werden.
    2. Viele wichtige Funktionen, die bei der Free-Version mühsam durch Plugins ergänzt werden, sind in der Professional-Version schon enthalten. Da diese Erweiterungen oft von minderer Qualität sind und damit zu unerwünschten Wechselwirkungen führen, gerade beim Einspielen von notwendigen Patches oder Updates, wird mit dieser Entscheidung die Wartbarkeit und Verfügbarkeit des Shops deutlich erhöht.
    3. Es steht eine professionelle Dokumentation der Funktionen zur Verfügung, die die Entwicklung von Schnittstellen und weiterer Funktionen deutlich erleichtert.
  2. Für den Betrieb des Shops wurde ein Cluster aus zwei gleichen Servern aufgebaut. Auf den Servern wurde wiederum eine Reihe von virtuellen Linux-Maschinen installiert, die mit VM-Ware verwaltet werden.
  3. Für die Aktualisierung der Shop-Daten aus der Warenwirtschaft wurde eine Master-Datenbank geschaffen:
    1. Die Master-Datenbank wird 2 x täglich aus der Warenwirtschaft mit allen Daten versorgt.
    2. Dann ermittelt die Master-Datenbank die Änderungen und
    3. überträgt nur diese Daten an den Shop. Da diese Änderungen deutlich weniger Daten beinhalten, dauert hier die Aktualisierung des Shops nur Minuten.
  4. Ursprünglich sollten auch die Daten für das Internet-Marketing im führenden System der Warenwirtschaft gepflegt werden. Diese Idee wurde verworfen, um den Aufwand mit der Erweiterung des Warenwirtschaftssystem gering zu halten.
    Nun werden die Daten an zwei Stellen gepflegt, in der Warenwirtschaft (Stammdaten und Preise usw.)  und im Shop (Texte für verschiedene Sprachen und Texte fürs Internetmarketing etc.). Diese Zweiteilung stellt keinen Nachteil in der täglichen Arbeit dar, da sie meist auch von verschiedenen Personen durchgeführt wird.

Lesson learned

  1. Magento-Professional war die richtige Entscheidung für die Shop-Software.
  2. Web-Service-Schnittstellen haben eine sehr flexible und zukunftsorientierte Architektur, haben aber auch aufgrund des nicht gerade sparsamen Umgangs mit Daten auch ihre Grenzen, was die Übertragungskapazität angeht.
  3. Auch der Magento-Support steht manchmal ratlos vor bestimmten Problemen.
  4. Die Behauptung des Kunden, dass Artikelnummern garantiert einmalig sind, erwies sich als falsch.